frauen* in bunt
Wofür wir uns einsetzen:

Wir fordern die uneingeschränkte Anerkennung und Umsetzung der Rechte von Frauen*. Frauen*rechte sind Menschenrechte und als solche unteilbar und unveräußerlich. Wir wenden uns gegen jedwede Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechtes, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Hautfarbe, ihres Flucht- oder Migrationshintergrundes oder sonstiger Merkmale. Armut, von der nach wie vor überwiegend Frauen* und Kinder betroffen sind, führt zu Diskriminierung und Ausgrenzung und muss daher wirkungsvoll bekämpft werden. Frauenrechte und Fortschritte in der Gleichstellung dürfen nicht wieder abgebaut, sondern müssen weiter entwickelt werden. Wir fordern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit, gleichen Zugang zu Bildungs-, Berufs- und Aufstiegsmöglichkeiten, eine gerechte Umverteilung der gesellschaftlich notwendigen Sorge-Arbeit und eine breite gesellschaftliche Kontrolle über und Teilhabe an den ökonomischen und ökologischen Ressourcen.

Wir setzen uns ein für Gewaltfreiheit und für Vielfalt statt Einfalt. Eine bunte, multikulturelle Gesellschaft, in der die Menschen sich gegenseitig respektieren, wertschätzen und voneinander lernen, ist die beste Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben bei gleichzeitiger gegenseitiger Bereicherung. Jede Form von Gewalttätigkeit gegen Menschen muss geächtet werden. Die immer noch gesellschaftlich geduldete Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* – ob in sexualisierter Form, ob physischer, psychischer oder sonstiger Art – ist auf allen Ebenen zu bekämpfen. Aber auch den Angriffen gegen Geflüchtete, den sich mehrenden Gewalttaten gegenüber LGBTIQ* und den zunehmenden Bedrohungsinszenierungen durch rechtsnationale Kräfte im öffentlichen Raum treten wir entschieden entgegen. Wir fordern eine Bildungs-, Sozial- und Kulturpolitik, die Vielfalt, Dialog und Zusammenarbeit fördert. Wir fordern, dass endlich umfassende politische und rechtliche Voraussetzungen für ein Leben ohne Gewalt geschaffen werden.

Wir wollen eine lebendige Demokratie und widersetzen uns dem zunehmenden Rechtspopulismus und jeglichen autoritären Machtbestrebungen. Es gilt, das demokratische System zu erneuern und so zu gestalten, dass die Teilhabe Aller an politischen Entscheidungen gewährleistet ist. Die Demokratien in Europa und weltweit sind gefährdet durch rechtspopulistische Kräfte, die auf die Errichtung autoritärer Machtsysteme hinarbeiten. Wir setzen uns im Zusammenwirken mit anderen zivilgesellschaftlichen Kräften für eine erneuerte, teilhabeorientierte Demokratie ein und wenden uns aktiv gegen ihre offene oder schleichende Unterwanderung. Wir fordern alle demokratischen gesellschaftlichen Kräfte auf, klar Position gegen den sich in der Mitte der Gesellschaft ausbreitenden Rechtspopulismus zu beziehen.

Wir setzen uns ein für ein gerechtes und ökologisch nachhaltiges Wirtschaftssystem hier und weltweit. Der globale Neoliberalismus mit seinen entfesselten Finanzmärkten, seinem Wachstumswahn und seiner Profitgier richtet die Menschheit und den Planeten zugrunde. Die weltweite Ungleichverteilung nimmt rasant zu, der wachsende Reichtum Weniger speist sich aus der Verarmung immer größerer Teile der Weltbevölkerung – und Armut ist nach wie vor weiblich. Weitere Folgen der herrschenden Wirtschaftslogik sind die Zerstörung der Natur, der Klimawandel, die Zunahme von Kriegen und gewaltsamen Konflikten, die Ausbreitung extremistischer Bewegungen und – für immer mehr Menschen weltweit – die überlebensnotwendige Flucht oder Migration. Wir fordern einen grundlegenden Wertewandel in der Ökonomie. Gesellschaft, Wissenschaft und Politik sind dazu aufgerufen, ein sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltiges und geschlechtergerechtes Wirtschaftssystem zu entwickeln und umzusetzen, das den Bedürfnissen aller Menschen und dem Erhalt des Planeten dient.

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Das Manifest zum download PDF 66,9kB

Flyer PDF 907kB